Dies zweite von vier Leitthemen jener BAU 2021: Ressourcen und Recycling


Fenster  -> ? Redaktion   ||? < älter  2020/0894? jünger > ? > > |  ?


(7. 6. 2020) Wände aus Bauschutt, Dämmung aus altem Hosenstoff und
Schraubverbindungen statt Schweißnähten: Auf immer mehr Baustellen tut sich
schon einiges mit Sachen „Kreislaufwirtschaft“ bzw. „Circular Economy“.

Erste Pilotprojekte ferner Forschungsvorhaben haben bereits die vielfältigen
Möglichkeiten des Recyclings am Entwurf bewiesen: Fassadenmaterial, Fenster,
Wand- dar?ber hinaus Bodenbeläge oder auch Stromkabel können so verbaut werden, dass
sie wieder komplett demontierbar und derbei „kreislauffähig“ sind. Metalle,
Beton, Ziegel, Gips oder auch Lehm lassen sich zu neuen Baustoffen
aufbereiten.

Urban Mining: Städte und Gebäude werden zum Rohstofflager von morgen

Worum geht es konkret? Der Name „Recycling“ ist altbekannt, doch in kombination
sich seine Bedeutung erweitert: Der mathematiker steht heute im Baubereich in keiner weise mehr nur
für simples „Downcycling“ wie die Aufbereitung von Bauschutt, um diesen als
Schüttgut im Straßenbau einzusetzen, oder die Nutzung von Ziegelsplit als
Vegetationssubstrat im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

Wird die Materialqualität dagegen erhalten oder gar verbessert, wird das
Recycling zum „Upcycling“ dar?ber hinaus die Gebäude von heute zum Rohstofflager von
morgen. Bestandsbauten sein nicht mehr als Abbruchmasse, stattdessen denn
Wertstoffdepot gesehen. Darum sprechen Bauingenieure, Architekten und
Stadtplaner unterdessen vom „Urban Mining“. Wie dies aussehen kann, ist
besonders eindrucksvoll in Dübendorf bei Zürich zu besichtigen. Alle
Baumaterialien, die für die Wohneinheit UMAR (Urban Mining and Recycling
Unit) von Werner Sobek, Dirk E. Hebel ferner Felix Heisel verwendet wurden,
sind zu 100 Prozent wiederverwendbar, etliche Teile stammen aus Altbauten.
Besonders wichtig für die Wiederverwertbarkeit ist, dass die Materialien
nicht event miteinander verbunden, sondern verschraubt, gesteckt oder aber
geklemmt sind. Vor allem dadurch wird die spätere sortenreine Trennung dar?ber hinaus
Wiederverwertung überhaupt möglich.

Wiederverwertung – bei dem „Bauen im Bestand“ und f?r Neubauprojekten

Auch bei dem Bauen im Bestand können Baumaterialien dem Nutzungskreislauf
wieder zugeführt sein, wie es der britische Architekt David Chipperfield
beim Wiederaufbau jenes Neuen Museums in Berlin praktizierte. 350. 000
Mauerziegel ließen chip Planer aufbereiten. Das historische Baumaterial wurde
als eindrucksvolles Sichtmauerwerk nur einer der Ausstellungshallen einer
neuen Nutzung zugeführt. Mauerziegel und Dachziegel eignen sich in der Bestimmung
bestens für die Wiederverwertung. Bei dem Bauen im Bestand schlagen jene mit
ihrer Patina und besonderen Ästhetik eine Brücke zwischen „Alt“ und „Neu“.
Inzwischen wurde chip erste Europäische Technische Zulassung (ETA) für
gebrauchte Mauerziegel erteilt.

Dass Beton auf wirtschaftliche Weise
wiederverwendet und damit gleichfalls Teil der „Circular Economy“ dies kann,
wird durch viele bereits realisierte Bauprojekte deutlich, bei jenen
Recycling- oder RC-Beton den herkömmlichen Beton gemäß den bisherigen
Richtlinien bis zu 45 Prozent ersetzt. Forschungsprojekte sehen hier noch
weiteres Potential – bis hin zum hundertprozentigen Einsatz von
Recycling-Beton. Derart oder so werden wertvolle Baustoffe gespart, Transporte
vermieden und Deponiekapazitäten geschont.

Eine große Herausforderung bei der kreislaufgerechten
Verwertung von Bauschutt stellen sogenannte „Kleinstpartikel“ dar. Teilchen
von weniger denn zwei Millimeter Größe, z. B. aus Kalksandstein, Beton,
Ziegel oder aber Gips, wie sie typischerweise bei dem Abbruch von Gebäuden anfallen.
Aber auch dafür gibt es Lösungen: Wissenschaftler verschiedener
Fraunhofer-Institute haben im Projekt „ BauCycle
neue Verwertungsmethoden für feinste mineralische Abbruchmaterialien
erforscht und das optisch-pneumatisches Sortierverfahren entwickelt. So
konnten feinteilige Sekundärrohstoffe für die qualitativ hochwertige
Weiterverwendung gewonnen werden – siehe auch Beitrag „ Fraunhofer-Projekt
„BauCycle“ erfolgreich abgeschlossen
“ vom 11. 8. 2019.

Recycling erfordert ein Umdenken aller Beteiligten

Via
Blick auf die knapper werdenden Ressourcen (Beispiel: Sand) und chip
begrenzten Kapazitäten von Bauschuttdeponien wird klar, dass die
Kreislaufwirtschaft pro Bau auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. Neue
Denkansätze wie der „Material Passport“, mit dem die verbauten Materialien
dokumentiert und ihr Relevanz für die Wiederverwendung beziffert sein,
ermöglichen in Zukunft sogar für die Finanzierung von Bauprojekten neue
Möglichkeiten. Darüber hinaus trägt alle im Idealfall lokale bzw. regionale
Wiederverwertung von Baustoffen dazu f?r, dass der hohe Energieverbrauch für
Förderung und Produktion sowie für den Transport zur Baustelle erheblich
reduziert werden kann.

Umdenken und neue, ressourcenschonende
Lösungen finden müssen Hersteller, Architekten dar?ber hinaus Ingenieure ebenso wie die
Verarbeiter aus Handwerk und Baugewerbe. Es mag nicht immer leichtfallen,
doch die ersten Recycling-Projekte zeigen: In diesem fall bieten sich für alle pro Bau
Beteiligten auch große Moeglichkeiten und Wettbewerbsvorteile.

siehe auch für zusätzliche Infos:

WordPress Appliance - Powered by TurnKey Linux